Blog

Hier kommen Blogbeiträge in Zukunft...

Hier entsteht ein Blog für dich. Ich nehme dich mit in meinen Alltag, in meinen Kopf voller Erfahrungen und Erkenntnisse. Ich hoffe sie dienen dir zur Inspiration. Alles Liebe zu dir. 

 

In Liebe und Wertschätzung, 

 

Yin 

Kurswechsel

7 Jahre ist es her, als ich das “Ja”- Wort meinem Mann gegeben habe. Und er mir. 

7 Jahre ist es nun her, als wir nach Deutschland gekommen sind.

7 verflixte Ehejahre.

Wer kennt sie nicht, die 7 verflixten Ehejahre? Es heißt, es würde nach 7 Jahren abwärts gehen. Das Serotonin (Glückshormon) und Oxytocin (Kuschelhormon) sinkt automatisch in einer langjährigen Beziehung. Es braucht Veränderungen oder Auffrischungen, damit das Hormon immer wieder aufgefrischt wird. 

Nicht so bei uns, bei uns sanken beide Hormone bereits nach 7 Wochen Ehe. Steil bergab und sehr sehr tief. Und trotzdem ergaben sich zwei wunderschöne gesunde Kinder und zwei Sternenkinder, die mich auf dem Pfad der Spiritualität führten. Oder anders ausgedrückt, in mir. In den komplexen Denkweisen in mir. 

Und was das alles mit der Überschrift “Kurswechsel” zu tun hat, komme ich jetzt dazu. 

7 Jahre Deutschland, 7 Jahre Kampf, 7 Jahre fast durchgehend eine Krise nach der anderen. 

Wir sind reifer geworden. Erwachsener. Verantwortungsvoller. Vertrauensvoller. Verständnisvoller. Großzügiger. Achtsamer. 

Ja, nach vielen dunklen Zeiten, schmerzhaften Zeiten steigen wir nun wie der sogenannte Phönix aus der Asche und breiten unsere Flügel aus. 

Wir wählen den Kurs: Zusammenhalt. Vertrauen in uns. Familie. 

Deutschland hat uns geholfen, zu uns so tief zu schauen. Ohne uns abzulenken. In China, wo wir uns kennengelernt haben, wäre es nicht möglich gewesen. Zu viele Ablenkungen. Natürlich gibt es die auch hier. Und dennoch waren diese Ablenkungen hier in Deutschland für meinen Mann nicht möglich. Er war mit seiner Sprache eingeschränkt und in seiner Introvertiertheit. 

Wir bauen nach 7 Jahre Ehekrise ein neues Fundament. Ein solides starke Basis. In uns. In unsere kleine Familie. Wir arbeiten daran wieder mehr Serotonin und Oxytocin in uns zu entwickeln. Es geht. Egal was andere im Außen behaupten, empfehlen oder ratschlagen. Keiner kann dir in einer Beziehung einen “richtigen” Rat geben. Denn nur du warst 24 Stunden in dieser Beziehung. Nur du weisst ganz genau, was diese Beziehung für dich bedeutet. Auch wenn sie schmerzhaft und dunkel war. Mit dem Vorbehalt, dass du weißt das nicht die Beziehung die Krise ausgelöst hast. Es waren wir jeder Einzelne selber. Es waren die Prägungen, die komplexen Denkmuster, die Überforderungen, der neue Lebensabschnitt, das Unerfahrene in uns. Und am Ende muss jeder für sich ganz ehrlich in sich horchen und fragen, was man alles dazu beigetragen hat. 

Ich habe eine Menge dazu beigetragen, welches ich später in einem neuen Artikel berichten werde…

 

11.2.2021

Ich muss gar nichts...

Stimmt das? Ich muss gar nichts? In meiner Meditation schon. Da muss ich gar nichts. Ich muss nicht funktionieren. Ich kann einfach SEIN. Mein Atmen beobachten. Die Gedanken wahrnehmen. Meinen Körper wahrnehmen. 

Ich lausche der Stimme zu, wie sie mich auf die höchste Seins-Ebene begleitet. Auf die siebte Ebene der Existenz. Ich bin in einer wohlig warmen schimmernden Lichtkugel, verlasse den Raum in dem ich mich befinde, schwebe durch die Hausdecke in den Himmel. Vorbei an den Wolken, hinein ins Blaue und weiter ins Universum. Bis ans Ende des Universums trägt mich diese wunderschöne sichere Kugel durch helle und dunkle Lichtschichten. Dann gelange ich in ein goldenes Licht, die Ebene der Engel und aufgestiegenen Meister. Auch hier schwebe ich in Lichtgeschwindigkeit hindurch und gleite durch eine regenbogenfarbene Schicht. Die Ebene der Gesetze, die für alle unpersönlich gleich wirken und uns als Ganzes zusammenhält. Bis zu einem rosafarbenen Licht: das Gesetz des Mitgefühls. Vorbei an diesem Licht erwartet mich ein freundliches offenes Fenster. Ich schwebe mit meiner Lichtkugel hindurch und tauche in ein strahlendes weisses Licht, wie eine wunderschöne Schneelandschaft. Funkelnd und glitzernd. 

Die Lichtkugel löst sich auf und die Energie der bedingungslosen Liebe füllt mich auf. Ich fühle mich schwerelos, geborgen und leicht. Ich fühle mich sicher. Angekommen. Beschützt. Ich bin im Theta-Zustand. Ich nehme meine Gefühle wahr. Trauer überkommt mich, weil ich vor der Meditation, im Alltag stets nach irgendetwas suche. Die Suche ist nach mir. Nach der Geborgenheit in mir. Nach der Sicherheit in mir. Nach dem nachhause kommen in mir. 

Gedanken über meinen Mann kommen auf. Emotionale Distanz. Ich fühle mich alleine, nicht verbunden. Plötzlich kommt mein Vater in den Sinn. Ich bin 13 Jahre alt und spüre wie sich mein Vater immer mehr zurückzieht. Ich kann mich gar nicht erinnern, wo er immer wahr. Egal ob physisch oder mental. Ich suche nach ihm im Kopf. Ich suche nach Nähe und Verbundenheit zu meinem Vater. Und plötzlich wird mir klar. Das Gleiche tue ich auch mit meinem Mann. Ich habe dasselbe Muster wie zu meinem Mann als zu meinem Vater damals. Tiefe Trauer fließt aus meinem Herzen. Eine Schwere und gleichzeitig Erleichterung. Denn mein Vater wusste es nicht besser. Er war selbst unsicher wie er mit einer pubertierenden Tochter umgehen soll. Der Schmerz löst sich. Ich verstehe die Verbindung, wieso ich mich so fühle wenn mein Mann abgelenkt am Handy sitzt. Das triggert den alten Schmerz in mir. Die alte Wunde. Die ich heute bewusst gefühlt habe. Ich fühle mich etwas leichter. Es hat nichts mit meinem Mann zu tun. Mein Mann ist der Auslöser, aber nicht die Ursache. Ich nehme noch mein damals 13-jähriges Ich in den Arm und sage ihr das ich nun da bin für sie. 

Die Schwere lässt nach. Ich verweile noch einige Minuten in diesem Gefühl. In Gedanken bei meinem inneren Kind. Bis die Stimme in der Meditation mich wieder zurückbringt in das Hier und Jetzt. 

Ich öffne meine Augen wieder und beschließe diese Erfahrung abzutippen. In der Hoffnung, dass sie dich inspiriert und vielleicht auch berührt. Ich schicke dir viel Liebe und Kraft. 

Bis ganz bald…

13.2.2021